Teddy-Netz  
Guten Rutsch ins Neue Jahr  
Paul Grembach war zufrieden mit sich, als er in den Aufzug stieg. Endlich hatte er wieder mal seinem "Hobby" frönen können. Seit seiner letzten "Maria" waren 6 Wochen vergangen. Aber die Wartezeit hatte sich gelohnt.

Seine neue "Maria" hatte er vor 14 Tagen in der S-Bahn getroffen. Bewundernd hatte er sie beobachtet, ihre langen kastanienbraunen Haare und ihren schönen langen Beine, die unendlich zu sein schienen. Vorsichtig war er ihr nachgegangen. Er wusste, wie scheu "Maria" immer war.
Sie war zu ihrer Wohnung gegangen, wie er jetzt nach 14 Tagen wusste. Es war eine schöne Wohnung im 27. Stock eines Hochhauses mitten in der City, und, das war das schönste, sie wohnte alleine. "Maria" arbeitete in einer Computerfirma als Sekretärin und hatte keinen Freund oder Mann. Sie war perfekt.
Paul hatte festgestellt, dass auf dem Dach des gegenüberliegenden Hauses eine Stelle war, von der man unentdeckt mit einem Fernrohr in "Maria"´s Wohnung gucken konnte.
Er war keine "Spanner", nein nicht So ein Spinner, der nur guckt. Aber er wollte seine "Maria" beobachten, ihr Leben und ihre Wohnung kennen lernen, bevor er sie besuchen wollte.
Heute Abend hatte er eigentlich nicht damit gerechnet, dass "Maria" zu Hause sein würde, es war schließlich Sylvester und sie hätte eigentlich auf eine Party gehört. Wie überrascht war er gewesen, als er um 23.00 Uhr sein Fernrohr auf die Wohnung richtete und sah, dass "Maria" ganz alleine zu Hause war und anscheinend weinend vor dem Fernseher saß.
Es war ein perfekter Plan, er würde als "Nachbar" bei ihr klingeln, um sie auf seine Party einzuladen. Dann würde er sehen, dass sie traurig war und versuchen, sie zu trösten, um dann... .
Genauso war es gekommen, sie ließ ihn "kurz" in ihre Wohnung. Er fragte nach der Toilette, in der er seine "Arbeitskleidung", ein hautenger schwarz-rot gestreifter Latexoverall anzog. Als er aus dem Badezimmer herauskam, fing sie an zu schreien. Sie schrie noch lauter, als sie sein Rasiermesser entdeckte.
Jetzt wusste Liane Morshoven, dass sie hilflos dem Serienmörder ausgeliefert war, der seit einem Jahr sein Unwesen in Frankfurt trieb. Sie versuchte, zur Wohnungstür zu gelangen. Paul passte sie ab und konnte sie fangen. Er schlug sie nieder und zerrte sie, bewusstlos wie sie war, ins Badezimmer und legte sie in die Wanne. Dann, nachdem er sie komplett ausgezogen hatte, fesselte und knebelte er sie.
So eine schöne "Maria" hatte er schon lange nicht mehr gehabt. Erregt und bewundernd streichelte er sie am ganzen Körper. Dann, sie war wieder bei Bewusstsein, erklärte er ihr, dass er sie liebe und er aber wüsste, dass sie ihn nicht liebe und er deswegen so handeln müsse.
Liane schaute mit weit aufgerissenen Augen zu, wie Paul Grembach langsam und mit gezielten Schnitten ihre Brustwarzen abschnitt. Sie wollte vor Schmerz aufschreien, konnte aber nicht, da ihr Mund mit Klebeband zugeklebt war.
Paul machte weiter seine "Arbeit".
Wie die Polizei später feststellte, hatte Liane Morshoven noch 20 Minuten überlebt, bevor Paul Grembach ihr mit einem schnellen Schnitt die Kehle durchtrennte.

Paul stieg in einem Aufzug zu vier anderen Personen. Trotz seines Erfolges fühlte er sich unwohl. Der enge Raum behagte ihm gar nicht. "Hoffentlich sind wir schnell unten", dachte Paul. Er schaute sich die vier anderen an. Da waren ein offensichtlich betrunkenes junges Pärchen sowie zwei ebenfalls betrunkene Männer. Sie schienen sich zu kennen.
Der Fahrstuhl fuhr an, aber nicht nach unten, wie Paul gedacht hatte, sondern nach oben.
"Wir müssen uns beeilen, wenn wir das Feuerwerk rechtzeitig sehen wollen, es ist 2 Minuten vor Mitternacht," sagte das Mädchen. "Macht nichts, wenn wir ein paar Minuten zu spät kommen," meinte ihr Freund und küsste sie.
Einer der anderen schaute auf seine Uhr. "Zehn, neun, acht, sieben,... ."
Plötzlich stoppte der Lift. Das Licht viel aus. Alle vier Männer stöhnten kurz auf, während das Mädchen kurz aufschrie.
"Scheiße, wieso bleibt der Aufzug jetzt stehen?" schrie das Mädchen. "Das muss am Jahr-2000-Problem liegen. Da sollen doch alle Computer ausfallen, und jetzt ist eben der 1.1.2000", meinte einer der Männer. "Hab ich auch von gehört," raunte Paul mit zittriger Stimme. Seine Klaustrophobie steigerte sich langsam.
Der Freund des Mädchens drückte auf den Signalknopf. Eine Stimme vom Band sagte: "Die Verbindung zur Zentrale ist leider belegt. Bitte haben Sie etwas Geduld."
"Anscheinend sind wir nicht die einzigen, die im Aufzug festsitzen. Das wird wohl noch etwas dauern, Schatz," meinte der Freund des Mädchens, küsste sie ganz heftig und sagte noch: "Ein frohes Neues Jahr." Die drei anderen schrieen im Chor: "Dir auch, Andi", und alle vier fielen sich um den Hals.
Paul lächelte gequält und murmelte "Frohes Neues Jahr", als die vier ihm nacheinander die Hand schüttelten. "Gott sei Dank haben wir ja die Pulle Sekt dabei", meinte Andi und entkorkte die Sektflasche.
In Paul stieg die Panik immer höher. Außerdem reizte ihn das Mädchen. Er trug unter seiner normalen Kleidung immer noch den Latex-Anzug.
Aber konnte nicht mehr an das Mädchen denken, er hatte panische Angst.
Plötzlich ruckte der Fahrstuhl ein wenig. "WIR WERDEN ALLE STERBEN!" brüllte Paul. "Nein, das war bestimmt ein Monteur, er lässt uns von Hand eine Etage tiefer und öffnet... ." Weiter kam der Mann nicht, Paul hatte mit einem einzigen Schnitt seines Rasiermessers seine Halsschlagader und die Luftröhre durchtrennt. Das Blut spritzte in Stößen aus seinem Hals.
Das Mädchen schrie laut auf: "WAS MACHST DU!" Doch Pauls Gehirn war ausgeschaltet. Mit einem einzigen Schlag ins Gesicht seines Gegenübers brach er ihm das Nasenbein, und der Mann sackte bewusstlos zusammen.
"WIR WERDEN STERBEN! WIR WERDEN STERBEN!"
Der dritte Mann stand hinter Paul und versuchte, ihn zu umfassen. Aber Paul, in seinem Wahnsinn, war stärker. Er schnitt mit seinem Messer dem Mann in den rechten Unterarm. Dabei durchtrennte er die Sehnen, So das der Mann seinen Griff lockerte. Daraufhin drehte Paul sich um und hieb ihm das Messer quer durchs Gesicht. Der Schnitt ging durchs linke Auge, quer über die Nase und in die linke Wange. Pauls Gegner sackte röchelnd zusammen. Im Fallen durchtrennte Paul noch die Halsschlagader.
Das Mädchen stand zitternd in der Ecke und hielt Pauls erstes Opfer noch umschlungen, es war ihr Freund. Ihr grüner Pulli und ihre Jeanshose waren über und über mit Blut bespritzt. Das Blut floss nur noch langsam aus dem Hals ihres Freundes.
Paul schaute sie an. Er hatte sich jetzt ein wenig beruhigt. Er schaute an sich hinunter und brüllte: "ÜBERALL BLUT; WIR WERDEN STERBEN!" Dann öffnete er sein Hemd. Das Mädchen sah seinen Latex-Overall und fing wieder an zu schreien. Paul schlug ihr ins Gesicht. Er wollte diese "Maria" haben.
Plötzlich bewegte sich etwas. Der Mann, dem er das Nasenbein gebrochen hatte, stand langsam auf. Paul drehte sich um und schnitt auch ihm mit geübter Handbewegung die Kehle durch. Der Mann brach wieder zusammen.
Paul drehte sich wieder um, um seine "Maria" zu betrachten, als plötzlich sich der Aufzug nach unten bewegte. Gleichzeitig sprang das Licht an. Paul war davon so überrascht, dass er "Maria" völlig vergaß. Er starrte ebenso wie das Mädchen auf die LED-Anzeige, welche die Etagen zählte.
Innerhalb von 2 Minuten erreichte der Aufzug das Erdgeschoss.
Die Tür öffnete sich und draußen standen zwei Polizisten mit gezogenen Pistolen. Das Personal des Notdienstes hatte den gesamten Vorgang im Lift auf Video verfolgt, und die Polizei gerufen.
Paul stand breitbeinig über seinem letzten Opfer und schaute sie verwundert an. Das Mädchen duckte sich ängstlich in einer Ecke.
"Ganz ruhig, lassen Sie das Messer fallen!", rief einer der Polizisten.
"Ihr kriegt mich niemals!", brüllte Paul und wollte auf die beiden Polizisten losgehen. Die jedoch zögerten keine Sekunde und leerten innerhalb von 20 Sekunden den Inhalt ihrer Magazin.
Paul brach zusammen, als sein Körper den Boden berührte, war Paul tot.

- - -

Es war 1.20 Uhr am Neujahrsmorgen 2000. Hermann Klein und seinen Kollegen stand aber der Sinn nicht nach feiern. Nein, sie hatten andere Sorgen. Genau um Mitternacht hatte der Computer die komplette Anlage des Kernkraftwerkes Brunsbüttel ausgeschaltet und die Ventile geöffnet. Innerhalb weniger Sekunden füllte sich der Ausgleichsdruckbehälter mit 250° C heißem radioaktivem Wasserdampf. In dieser Hölle starben drei Kollegen, die gerade mit Wartungsarbeiten beschäftigt waren.
Gleichzeitig war das Kühlwasser aus dem Behälter geflossen. Der Kern lag frei, die Kernschmelze war nur noch eine Frage der Zeit, wenn es nicht gelang, das Kühlwasser wieder zurückzupumpen.


"Es gibt nur noch eine Möglichkeit. Jemand muss da rein und die Pumpen von Hand einschalten.", sagte Hermann Klein. "Dazu muss derjenige aber 250° C und 70000 Bq überleben und dabei noch die Pumpensteuerung ausbauen und die 380 V-Leitungen direkt verbinden. Und das in der nächsten dreiviertel Stunde. Wer soll das machen", entgegnete ihm Klaus Peters. "Haste ´nen besseren Vorschlag." - "Ja, alles stehen und liegen lassen und sich 60 Kilometer entfernen. Dort sieht man dann nur den Pilz." - "Du bist verrückt, Klaus. Tausende werden sterben, wenn wir nichts unternehmen."
Herbert Paulsen meldete sich zu Wort: "Ich werd´s machen. Ich hab seit Jahren Lungenkrebs, da ist es egal, wann ich sterbe. Also gib mir den Hitzeanzug." Er sprach So, als erwarte er keine Gegenwehr.
Paulsen stieg in den Spezialanzug, ein Gebilde wie ein Raumanzug, nur dass die Haut mit Bleifolie überzogen war. Nach fünf Minuten war er einsatzbereit. Paulsen ging zur Schleuse. Klein öffnete die innere Tür. "Komm bloß zurück, Alter." Sagte er zum Abschied. Da die Sprechverbindung nicht funktionierte, lächelte er dazu, worauf Paulsen zurücklächelte und mit dem Kopf nickte. Paulsen stieg in die Schleuse und verschloss sie von innen. Dann öffnete er die andere Schleusentür und starrte in das radioaktive Inferno.
Er stapfte mühsam durch den Reaktorraum Richtung Kühlwasserventile, als plötzlich und eigentlich zu früh der Reaktorkern die kritische Masse erreichte.

Es folgt ein Auszug aus dem Y2000-Bericht der UNO:

"Eine Atomexplosion vergleichbar mit 20 Hiroshima-Bomben löschte alles Leben im Umkreis von 45 km aus. Die Druckwelle war so stark, dass selbst in Kiel noch Windgeschwindigkeiten von 270 km/h gemessen wurden. Spätere Ermittlungen der Militärregierung in Kiel ergaben, dass durch diese Explosion 1,23 Millionen Menschen in Hamburg und Umgebung getötet wurden. Dies war nicht weiter tragisch, weil am 1.1.2000 weitere 17,3 Millionen Menschen in NRW und Hessen getötet wurden, als die durch eine Fehlfunktion ausgelösten 57 Mittelstrecken-Atomraketen der ehemaligen UdSSR ihr "Ziel" fanden. Gott sei Dank waren jedoch die NATO-Militärs So umsichtig, diesen Atomschlag nicht zu beantworten. Allerdings nur deswegen, weil die Langstreckenraketen aus Russland und der Ukraine nicht gestartet waren. Diese waren rechtzeitig abgeschaltet worden.

Jang Tsu-Yen, Koordinator für Y2000 der UNO

7. August 2003, New York"
Acrobat-Reader-Datei downloaden (PDF-Format)